Das von Dorothee Golz entworfene Memorial wurde im Rahmen eines Wettbewerbs im Frühjahr 2008 von einer internationalen Jury ausgewählt.
Die Jury charakterisierte die Arbeit als “sensibel und einzigartig, fern aller traditionellen oder thematischen Formulierungen ohne die typischen Elemente einer Gedenkstätte. Dorothee Golz nähert sich einem komplexen Problem mit Hilfe der Metaphorik und erweckt dadurch Verständnis für Zustände und Gefühle wie Erinnerung, Vergangenheit, Verzweiflung und Verlust.“
Das zentrale Element des Memorials ist ein alter Frachtcontainer, der an einer Seite im Winkel von 45 Grad gekippt ist. Durch den Container hinauf blickend kann die Betrachterin, der Betrachter die Skizze eines Tisches und eines Sessels erkennen – sowie eine unterbrochene Kette von Kugeln, das Leben symbolisierend, das plötzlich und unerwartet geendet hat. Das Wort “Leben” kann noch gelesen werden, obwohl die Kugeln auf dem Boden verstreut sind. Am oberen Ende öffnet sich eine Tür zum Himmel, zu einer neuen Zukunft und einer neuen Hoffnung.
Das Memorial beschreibt furchtbare Verbrechen, die in einer anderen Zeit in einer anderen Einrichtung, aber demselben Ort verübt wurden; es wurde im bewussten Kontrast zu der friedvollen und gelassene Atmosphäre des neuen wissenschaftlichen Institut errichtet, das auf diesem Gelände angelegt wurde.
Zur Person Dorothee Golz
| 1960 | geboren in Mülheim an der Ruhr |
| 1981-1986 | Ecole Supérieur des Arts Décoratifs de Strasbourg |
| 1981-1985 | Kunstgeschichte und Ethnologie an der Universität von Freiburg |
| 1986 | Diplome National Supérieur des Arts Plastiques |
Ausstellungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Japan
Lebt und arbeitet in Wien
Mehr Informationen unter
www.dorothee-golz.com